Reisetipps zur Alpenüberquerung

Die Alpenüberquerung vom Tegernsee über den Achensee und das Zillertal nach Sterzing ist eine einwöchige Weitwanderung auf leichten bis mittelschweren Bergwegen. Der konditionelle Anspruch ist ebenfalls im mittleren Bereich. Obwohl die Route deutlich einfacher als andere Alpenüberquerungen ist, muss man sich bewußt sein, dass man sich teilweise im Hochgebirge befindet und damit möglichen alpinen Gefahren ausgesetzt sein kann (siehe „Ausrüstung und Notfall“). Trittsicherheit, ausreichend Kondition für vier bis sechs stündige Bergwanderungen und ein Grundmaß an Schwindelfreiheit sind auf jeden Fall notwendig!

 

Wanderkartenempfehlung:

KOMPASS-Wander-Tourenkarte „Die Alpenüberquerung“ (WTK 2556)

Handliche Wanderkarte mit dem gesamten Tourenverlauf im Leporello-Format. Maßstab 1:50.000, Reiß- und Wetterfest.

 

Es gibt weitere Karten des KOMPASS-Verlags, die das gesamte Gebiet abdecken. Man benötigt folgende Kartenblätter:

„8 Tegernsee, Schliersee, Wendelstein“ (1:50.000) oder „08 Tegernseer Tal“ (1:25.000)

„290 Rund um Innsbruck“, 2-teiliges Kartenset mit Naturführer (1:50.000)

„44 Sterzing, Ratschings, Ridnaun, Pfitsch“ (1:50.000)

Die digitale KOMPASS-Karte „4310 Über die Alpen“ deckt ebenfalls die gesamte Route ab.

www.kompass.de

 

Zur Planung der Tour

Die Route kann, abhängig von der Schneelage, etwa zwischen Ende Juni und Mitte Oktober begangen werden. Schneereste können in schattigen Abschnitten bis in den Juli hinein liegen. Einige Hütten und manche Beherbergungsbetriebe öffnen nicht vor Juni.

Sie können sich Ihre Alpenüberquerung individuell zusammenstellen und Ihre Unterkünfte selbst buchen oder unter den drei Reiseangeboten auf dieser Seite wählen. Unter dem Menüpunkt „Angebote“ gelangen Sie zu den organisierten Touren.

Sollten Sie mit der Bahn an den Tegernsee anreisen, dann wandern Sie vom Bahnhof Gmund entlang der Route der ersten Etappe bis zu Ihrer Unterkunft (oder weiter bis zum Wildbad Kreuth und retour zur Unterkunft mit dem Regionsbus; beim Wildbad gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten). Bei Anreise mit dem PKW fahren Sie am besten direkt zur Unterkunft und machen eventuell am Nachmittag (oder bei zwei Übernachtungen am Tegernsee am nächsten Tag) die erste Etappe oder einen Teil davon.

Zum Startpunkt der zweiten Etappe vom Wildbad Kreuth nach Achenkirch bei der Haltestelle „Siebenhütten“ gelangen Sie mit dem Regionsbus. Diese Etappe ist die konditionell anspruchsvollste. Alternativ kann man daher mit den Bussen der RVO (2 x pro Tag) direkt nach Achenkirch fahren und dort in die dritte Etappe einsteigen.

Bei der Ankunft in Achenwald, einem Ortsteil Achenkirchs können Sie um 15.43 und 18.04 Uhr mit dem Bus in rund 10 Minuten nach Achenkirch fahren oder ein Taxi rufen.

Die dritte Etappe von Achenkirch nach Maurach verläuft entlang des Achensees und ist mit nur rund 200 Höhenmeter konditionell nicht allzu schwierig. Eine Entspannungsetappe nach dem Vortag. Es bleibt genügend Zeit, um sich die eine oder andere Sehenswürdigkeit anzusehen oder ein Stück über den See mit dem Schiff zurückzulegen. Achtung bei Regen und Nässe: Der Steig kann dann rutschig sein und es wird empfohlen von Achenkirch zur Gaisalm mit dem Schiff zu fahren oder den Wanderweg am Ostufer des Achensees direkt nach Maurach zu Wandern!

Die weitere Strecke von Maurach nach Hochfügen (Etappe 4) quert das Inntal und führt nach Fügen im vorderen Zillertal. Hier ist die Fahrt mit dem Bus nach Jenbach und weiter mit der Zillertalbahn nach Fügen vorgesehen. Fahrzeit inklusive Umsteigen rund eine Stunde. Achtung: 2017 Änderung der Routenführung wegen dem Neubau der Spieljochseilbahn. Die neue Etappenbeschreibung finden Sie bereits jetzt bei den Infos zur vierten Etappe im Text. Der GPS-Track und die Streckendaten wurden ebenfalls bereits angepasst. Der Download der Etappenbeschreibung wird zu Beginn der Wandersaison zur Verfügung stehen.

Natürlich kann man von Maurach auch nach Fügen wandern, dafür sollte man aber einen extra Tag einkalkulieren.

Etappe 5: Am Ende der Wanderstrecke von Hochfügen nach Mayrhofen an der Zillertaler Höhenstraße bei der Jausenstation Melchboden auf über 2.000 Meter Seehöhe fährt man mit dem Bus nach Ramsau im Zillertal (Abfahrt 15.50 Uhr) und mit der Zillertalbahn weiter nach Mayrhofen (Dauer ca. 1 Stunde). So erspart man sich einen Abstieg über rund 1.400 Höhenmeter entlang der Zillertaler Höhenstraße in den Talboden. Bei Schneefall fährt der Bus erst ab dem Gasthaus Mösl (auf rund 1.400 Meter Seehöhe). In diesem Fall wandert man am besten von der Rastkogelhütte direkt, den Wanderschildern Richtung „Mösl“ folgend zum Gasthof hinab.

Am nächsten Tag (Etappe 6) wird empfohlen die Strecke von Mayrhofen (633m) zum Schlegeisstausee (1.800m) mit dem Linienbus zurückzulegen (4 Verbindungen am Vormittag; Fahrplanauskunft unter www.vvt.at). Man kann die Strecke über Ginzling auch zu Fuß wandern, sollte dann aber mindestens einen Extratag einplanen.

Die Wanderung durchs Pfitschtal nach Sterzing (Etappe 7) verläuft immer im Talboden über Steige, Wiesenwege und neben wenig befahrenen Straßen. Durch schwere Niederschläge mit Muren im Sommer 2012 wurden große Teile der Infrastruktur (Wanderwege- und brücken) zerstört, die Schäden sind heute noch nicht zur Gänze behoben. So kann es immer wieder zu kleinräumigen Umgehungen kommen. Es besteht aber praktisch entlang der gesamten Strecke die Möglichkeit mit dem Linienbus (etwa 1x pro Stunde) Teile der Strecke abzukürzen.

Anreise

Anreise an den Tegernsee

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Direkte Bahnverbindung zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und Gmund am Tegernsee bzw. Tegernsee Ort. Fahrzeit 53 bzw. 62 Minuten. Von Gmund bzw. Tegernsee mit dem Linienbus zu Ihrer Unterkunft am Tegernsee.

Mit dem eigenen Fahrzeug:

Auf der Autobahn A8 bis zur Ausfahrt Holzkirchen und dann auf der B318 / B307 an den Tegernsee.

Bei Anreise per eigenem PKW wird darauf hingewiesen, dass die Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Tegernsee verhältnismäßig kompliziert ist und für das Parken dort eventuell Gebühren anfallen.

 

Rückreise von Sterzing an den Tegernsee

Mit der Bahn über den Brenner (Umsteigen) und Innsbruck nach München (Umsteigen) zurück an den Tegernsee. Dauer ca. 5h.

Bei Buchung des Angebots „Komfortabel ohne Gepäck“ oder der geführten Tour ist die Rückreise in einem exlklusiv organisierten Shuttlebus im Preis inbegriffen. Dauer ca. 2 bis 2,5 h

Ausrüstung und Notfall

Ausrüstungstipps

  • Wanderschuhe mit guter Profilsohle
  • Atmungsaktive, den Witterungsverhältnissen angepasste Bekleidung von den Socken bis zur Mütze
  • Sonnenschutz: Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor > 30, Sonnenhut/Kappe, Sonnenbrille
  • Erste Hilfe Ausrüstung mit Biwaksack oder zumindest einer Alu-Rettungsdecke
  • Ausreichend Verpflegung und Getränke
  • Wanderkarte
  • Mobiltelefon mit geladenem Akku und gespeicherten Notrufnummern
  • Eventuell Wanderstöcke

Obwohl die Alpenüberquerung auf leichten und mittelschwierigen Bergwegen verläuft, muss man sich immer bewußt sein, dass sich die Route teilweise über 1.500 Meter Seehöhe und damit im Hochgebirge befindet. Schlechtwettereinbrüche mit Schneefall bis weit unter 2.000 Meter sind auch im Sommer möglich. Daher gilt es folgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Einholen des Wetterberichts vor dem Start für die Dauer der Tour
  • Fragen Sie in Ihrer Unterkunft nach den lokalen Verhältnissen (Wetter, Weg, eventuelle Ruhetage von Einkehrstationen)
  • Zusätzliche wärmende Bekleidung und Biwaksack bzw. Alu-Rettungsdecke mitnehmen

 

Im Notfall

Notrufnummern: 112 in Deutschland und Österreich, 118 in Südtirol/Italien.
Die Euro-Notrufnummer 112 (D & A) funktioniert in allen Netzen und auch ohne SIM-Karte und Guthaben am Wertkartenhandy. Tipp: Statt Pin-Code „112“ eingeben!

Die taktisch sinnvolle Notfallmeldung – Antworten auf die sechs W-Fragen:

  • Was ist passiert?
  • Wieviele Verletzte?
  • Wo ist der Unfall passiert? (eventuell GPS-Koordinaten)
  • Wer meldet (Rückrufnummer)?
  • Wann ist der Unfall passiert?
  • Wetter am Unfallort?